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Kaltennordheim - Mit vereinten Kräften stachen Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) und Braumeister Julian Reukauf gestern das erste Fass zur Eröffnung der neuen Bockbiersaison an. Die Politikerin war zu Gast beim Brauereifest der Kaltennordheimer Rhönbrauerei und brachte auch ihren Ehemann mit. Die "Kaltennordheimer Spatzen" spielten traditionell zum Brauereifest-Frühschoppen in der Festhalle am Ziegenhauk auf. Viele Gäste hatten bereits am Vormittag auf den Bänken Platz genommen, als Brauerei-Geschäftsführerin Christel Reukauf zur Begrüßung in das aus einem Fass gefertigte Rednerpult trat. "Das Brauereifest ist eine Plattform für Jung und Alt, für Unterhaltung und gemütliches Beisammensein", sagte sie. Frank Hössel von den Kaltenlengsfelder Fahnenschwingern schwang eine große Fahne der Rhönbrauerei, die das Unternehmen dem Verein gesponsert hatte. Christine Lieberknecht wollte eigentlich schon im vergangenen Jahr kommen, als die Rhönbrauerei ihr 135-jähriges Bestehen feierte. Aus terminlichen Gründen hatte sie kurzfristig absagen müssen, versprach aber gleichzeitig, ihren Besuch im Jahr 2011 nachzuholen und löste gestern ihr Versprechen ein. "Man könnte die Ministerpräsidentin fast als heimlichen Fan der Rhön bezeichnen", meinte Christel Reukauf mit Blick auf einige Besuche der Landeschefin in den vergangenen Wochen, unter anderem bei der "Rhöner Energietour" in Dermbach und beim 2. Rhöner Wandertag in Geisa. "Vielleicht können wir Sie auch als Schirmherrin für das 2. Rhönpaulus-Musical im August 2012 in Dermbach gewinnen", sagte die Brauereichefin. Begrüßen konnte sie gestern außerdem Wartburgkreis-Vizelandrat Friedrich Krauser, den Landtagsabgeordneten Manfred Grob (beide CDU), viele Bürgermeister aus der Region, Vertreter von Vereinen, Unternehmen und Institutionen. "Regionalität und ein harmonisches Miteinander sind Aspekte, die in einer aufregenden Zeit eine immer größere Rolle spielen", betonte Christel Reukauf. Dem trage auch das Brauereifest Rechnung. Traditionell werden dazu Vereine aus der Region eingeladen, diesmal waren es die Kirmes-Vereine. Beim Fest wirkten zudem der Kaltennordheimer Wirteverein und der Rhöner Wintersportverein mit. Kaltennordheims Bürgermeister Ulrich Schramm (parteilos) richtete der Ministerpräsidentin Grüße von Helmut Grosser, Geschäftsführer des Überlandwerkes Rhön (ÜWR), aus. Grosser und Lieberknecht hatten sich beim Rhöner Wandertag in Geisa unter anderem über alternative Energieträger und Umweltschutz unterhalten. Schramm hatte gestern vom ÜWR einen Segway-Roller geliehen bekommen, welchen er in der Festhalle vorführte. Anschließend durfte Christine Lieberknecht das Gefährt testen. Gerne sei sie zum Brauereifest gekommen, sagte die Landeschefin. Das Fest und die Brauerei in 7. Generation stehe sowohl für Tradition als auch Innovation. "Ich bin kein heimlicher, sondern ein offener Fan der Rhön", gestand Christine Lieberknecht. "Ein starkes Bier, beizender Tobak und eine Magd im Putz, das ist nun mein Geschmack", zitierte sie Johann Wolfgang von Goethe, der gestern Geburtstag gehabt hätte (28. August 1749). Zudem widerlegte sie die Behauptung "Mit des Bieres Hochgenuss wächst des Bauches Radius": Ein viertel Liter helles Bier habe weniger Kalorien als ein viertel Liter Milch, erklärte sie. Einen schönen Messinghahn sollte die Ministerpräsidentin in das Holzfass mit dem Bockbier treiben. Doch es gelang nicht so recht, das Bier lief neben dem Hahn auf den Fußboden. Braumeister Julian Reukauf half, doch erwies sich der Hahn aus Edelmetall als ungeeignet. Schnell holte Reukauf einen Kunststoff-Hahn, der sich problemlos in das Fass treiben ließ. Wenig später floss der Gerstensaft in die Krüge, und Christel Reukauf erklärte die Bockbiersaison für eröffnet. Christine Lieberknecht versprach, für künftige Feste noch ein wenig zu üben, um auch mit widerspenstigen Zapfhähnen fertig zu werden. "Eine starke Region braucht ein starkes Bier", sagte Peter Kling vom Festkomitee des 2. Rhöner Wandertages und des 2. Geiserämter Festes. Die vielen Fässer Rhönbier, die beim Fest Ende Juli geflossen waren, hatten den Gästen geschmeckt, erklärte er. Im Auftrag von Geisas Bürgermeister Martin Henkel (CDU) überreichte er an Christel Reukauf und die Ministerpräsidentin Ehrenkrüge. Julian Reukauf überreichte Christine Lieberknecht einen Präsentkorb. Die Ministerpräsidentin suchte das Gespräch mit Gästen und Akteuren des Brauereifestes. Am Stand des Kaltennordheimer Wirtevereins und der Wirtevereinigung "Rhöner Charme" informierte sie sich zum Beispiel über das Engagement des Vereins und ließ sich in der Festhalle die Rhöner Spezialitäten schmecken. sach
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